Detail der Sandsteinskulptur der Maria Immaculata aus Bamberg
© Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Lifting für Maria

Einst strahlten ihre Lippen rot, heute sind sie verblasst und ziemlich verwittert. Mehr als 200 Jahre haben ihre Spuren an der Madonna aus grünem Mainsandstein hinterlassen - zumal sie eine barocke Hausfassade in Bamberg schmückte. Sonne, Wind und Regen war sie schutzlos ausgeliefert. Jetzt steht die Skulptur vom Typus einer Maria Immaculata in den Werkstätten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, wo sich unsere Restauratoren um sie kümmern: um ihr ihr verschmitztes Lächeln zurückzugeben und um an ihrem Beispiel neue Methoden zur Sandsteinrestaurierung zu entwickeln.

Sandsteinskulptur der Maria Immaculata, Anschliff
© Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Dafür haben sie nicht nur die stellenweise zerstörten Gliedmaßen mit spezifischem Restauriermörtel auf Basis von Kieselsäureester und Kalkhydrat repariert, sondern sie auch gründlich untersucht, beispielsweise unter dem Lichtmikroskop: Offenbar hatte zuvor schon jemand Hand an die Figur angelegt und versucht, Schmutz und Schäden zu überdecken. Mehr als zehn Schichten befanden sich über der ursprünglichen Öl-Bleiweiß-Fassung. Teilweise waren sie so dick, dass die bildhauerische Qualität dadurch verloren ging. Unter all den Schichten blieb die Erstfassung aber gut erhalten. Derzeit erproben die Restauratoren neue Techniken, mit denen sie diese substanzschonend freilegen und ausbessern können. Herausgefunden haben sie bereits, dass der Mund im Original-Zustand farblich akzentuiert war und ihr Gewand mit Blattmetall gesäumt. Nach getaner Arbeit soll die Skulptur nach Bamberg zurückkehren. Die in den Werkstätten des Landesdenkmalamtes entwickelten Methoden zur Konservierung und Restaurierung tragen Modellcharakter und werden wegweisend für andere Sandsteinrestaurierungen sein. Den Bericht der Restauratoren finden Sie hier

Sandsteinskulptur der Maria Immaculata in der Werkstatt
© Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege