Alte Akten aus dem Archiv des BLfD
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Denkmalliste und Denkmaltopographie

Die Kernaufgabe des Referats ist die Führung der Bayerischen Denkmalliste. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte arbeiten hier kontinuierlich an der Erfassung und Vermittlung des bayerischen Denkmalbestands. Bereits König Ludwig I. erteilte 1835 den Auftrag, ein Verzeichnis der Denkmäler seines Königreichs zu erstellen. Er hat mit der „Generalinspection der plastischen Denkmale des Reiches“ auch den Grundstein für den Denkmalschutz in Bayern gelegt. 
Die Denkmalliste bildet die Grundlage für die Publikationsreihe der Denkmaltopographien.
Gerne nehmen wir Anregungen zur Prüfung der Denkmaleigenschaft entgegen. Dazu gehört auch die Bearbeitung der Meldungen von neu entdeckten Bodendenkmälern.


DIE BAYERISCHE DENKMALLISTE

Die Bayerische Denkmalliste ist das nachrichtliche Verzeichnis aller bekannten Baudenkmäler, Bodendenkmäler und beweglichen Denkmäler. Das Bayerische Denkmalschutzgesetz von 1973 legt in Artikel 2 fest, dass die Denkmalliste von jedermann einsehbar sein muss. Deswegen gehört auch das Vermitteln zu den Aufgaben: Dazu dient nicht zuletzt der bayerische Denkmal-Atlas. Er informiert online mit Karten, Fotos und Kurzbeschreibungen tagesaktuell über die Bau- und Bodendenkmäler in Bayern. Derzeit sind etwa 109.000 Baudenkmäler, darunter 875 Ensembles und etwa 49.000 Bodendenkmäler in die Denkmalliste eingetragen.

Stets aktuell

Die Denkmalliste wird laufend aktualisiert. Dies bedeutet ein ständiges Prüfen. Besitzt ein bislang nicht als Baudenkmal erkanntes Gebäude oder ein neu entdeckter archäologischer Fundplatz Denkmaleigenschaft? Wenn ja werden sie als Bau- oder Bodendenkmal nachgetragen. Oder ist die Denkmaleigenschaft bereits eingetragener Denkmäler noch gegeben? Wenn nein, ist die Streichung eines Denkmals aus der Denkmalliste möglich und auch notwendig, z.B. dann, wenn ein Gebäude zu stark baulich verändert oder ein Bodendenkmal ausgegraben wurde.

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WAS IST EIN DENKMAL?

Was ein Denkmal ist, definiert Artikel 1 des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes: „Denkmäler sind von Menschen geschaffene Sachen oder Teile davon aus vergangener Zeit, deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt.“ Erfüllt zum Beispiel ein Gebäude diese Kriterien, ist es ein Denkmal – ganz unabhängig davon, ob es auch formell in die Denkmalliste eingetragen ist.

Das Referat Denkmalliste und Denkmaltopographie prüft, ob die Kriterien von Artikel 1 des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes erfüllt sind. Ist dies der Fall, wird das Objekt in die Denkmalliste eingetragen. Die jeweilige Kommune wird anschließend darüber informiert, um das so genannte Benehmen herzustellen. Sie hat nach Erhalt des Schreibens mit der ausführlichen Begründung der Denkmaleigenschaft mehrere Wochen Zeit, fachliche Korrekturen und/oder Einwände mitzuteilen, die vom Landesamt wiederum geprüft werden; anschließend ist das Benehmensverfahren abgeschlossen.

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DENKMALTOPOGRAPHIE – DIE BAYERISCHEN DENKMÄLER IN WORT, KARTE UND BILD

Mit dem Bayerischen Denkmal-Altas steht allen Interessierten der Denkmalbestand Bayerns online zur Verfügung. Dieser bildet die Grundlage für die wesentlich umfangreichere Publikationsreihe "Denkmäler in Bayern", die ebenfalls vom Referat Denkmalliste und Denkmaltopographie konzipiert wird. Hier werden die Denkmäler einer Stadt oder eines Landkreises ausführlicher beschrieben und in ihren historischen, kulturellen und räumlichen Beziehungen dargestellt. Pläne, Fotografien und Abbildungen ergänzen die Beschreibungen. Kurzum: eine ideale Informationsquelle für alle, die mehr über das bauliche und archäologische Erbe ihrer Region erfahren wollen.

Die Publikationsreihe ist im Buchhandel bzw. direkt bei den Verlagen zu beziehen.